K-Messe: Vier Mitglieder präsentieren sich gemeinsam am POLYKUM-Stand.

Biokunststoff-Granulat, das in einem Großformat-3D-Drucker zu begehrten Messe-Souvenirs verarbeitet wird, ist der Blickfang am POLYKUM-Messestand auf der K 2022. Mit dem Publikumsmagneten wirbt der gemeinnützige Verein unter anderem für den internationalen Kongress „BIOPOLYMER – Processing & Moulding“, der am 13. Juni 2023 zum fünften Mal im Mitteldeutschen Chemiedreieck stattfinden wird. Das Fraunhofer IMWS aus Halle (Saale) präsentiert zugleich die Materialentwickler-App „POLYKUM DigiLab“ mit neuer Funktion und neuen Inhalten. Mit Caldic, Welset und Exipnos runden drei mittelständische Mitgliedsunternehmen das Angebot an Stand A59 in Halle 12 ab.

Neben Fragen zum 3D-Druck mit modernen Biokunststoffen beantwortete POLYKUM-Vorstand Patrick Hirsch (links) auch Fragen zur DigiLab-App.

Düsseldorf, 21.10.2022. An dem schrankgroßen 3D-Drucker (Bild oben; das Gerät wurde bereitgestellt von POLYKUM-Mitglied Yizumi Germany, das am Stand des Mutterkonzerns ebenfalls prominent auf der Messe vertreten ist), bleiben viele Besucher stehen. Hinter den „Schaufenstern“ der Maschine wird BIO-ELAN A 140 HS3, ein neues bioabbaubares Polymer der Merseburger Exipnos GmbH, in Granulatform ohne weitere Zwischenschritte verarbeitet. Die energie- und zeitintensive Herstellung von Filament ist überflüssig. Darüber hinaus hat Exipnos weitere nichtfossile, bioabbaubare Compounds der firmeneigenen Marken BioElan und BioCelain® sowie die Recyclingkunststoffe Betamid 6000 PIR (PA6) und P-Blend PA 210 (PA6 Compound) im Gepäck. Die Werkstoff-Familien repräsentieren ein ganzes Bündel erfolgreicher Strategien, um CO¬2-Emmissionen in der Kunststoffproduktion um bis zu 80 Prozent und mehr zu senken, die Menge an Kunststoffabfällen zu reduzieren und Mikroplastik in der Umwelt zu vermeiden.

Das Fraunhofer Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen (IMWS) stellt neue Features des POLYKUM DigiLab vor. Die unter Federführung des halleschen Instituts mit mittelständischen Partnern entwickelte App erlaubt es Anwendern, auf einem handelsüblichen Tablet durch Eingabe gewünschter Eigenschaften mit wenigen Fingertipps geeignete Kunststoffe zu identifizieren „und sogar neue zu entwickeln“, wie Projektleiter Patrick Hirsch erläutert. Seit Neuestem können Anwender an Bildschirmen oder noch besser mit einer VR-Brille buchstäblich in komplexe Materialdaten eintauchen (unser Bild) und mit dem neuen DigiLab-Farbmodul an CAD-Modellen simulieren, welchen Gesamteindruck ein gewähltes Material mit bestimmten Farben bei künftigen Nutzern hinterlässt. Das VR-Modul wurde gemeinsam mit der halleschen Firma prefrontal cortex entwickelt.

Farben spielen auch beim Messeauftritt der Welset Plast Extrusions Pvt. Ltd. eine entscheidende Rolle. Mit dem 1968 gegründeten Unternehmen aus Mumbai zeigt auch das neueste POLYKUM-Mitglied seine Produkte auf der K 2022: stellt ein breites Portfolio von Farb- und Additiv-Masterbatches. "Wir möchten in europa neue Kunden gewinnen und weiter wachsen", erklärt Firmengründer Arvind Mehta, der auch dem Governing Council der All India Plastics Manufacturerer's Association (AIPMA) angehört. Die AIPMA ist einer der führenden Branchenverbände Indiens mit 22.000 Mitgliedern. 2021 wurde zwischen der AIPMA und POLYKUM eine Kooperation vereinbart.

Ebenfalls erstmalig auf dem POLYKUM-Gemeinschaftsstand bei der Weltleitmesse für Kunststoff und Gummi vertreten ist die CALDIC Deutschland GmbH. Als Teil der global agierenden CALDIC-Group (über 2.300 Mitarbeiter, über EUR 1,8 Mrd. Umsatz) hat sich das Düsseldorfer Unternehmen als innovativer „Full-Service“-Lösungsanbieter für Anwendungen in der Kunststoff-Industrie mit den Standbeinen Produktion, Handel und Distribution etabliert. Schwerpunkte seines aktuellen „Heimspiels“ bei der „K“ sind neben dem relevanten Industriechemikalien-Sortiment spezielle Polymer-Modifikatoren und Stabilisatoren. So vermarktet das Düsseldorfer Unternehmen als Vertriebspartner von INEOS STYROLUTION deren innovative Polymer Modifikatoren für Kunststoffe. Diese Produkte sind auch für den Einsatz in Recyclaten, Compounds mit Recyclat-Anteil sowie in Verbindung mit Naturfasern geeignet. Als Mitglied im POLYKUM e.V. unterstützt CALDIC Deutschland zudem die Entwicklung nachhaltiger und ressourcenschonender Technologien sowie die Verbesserung der Zusammenarbeit von Industrie und Wissenschaft im Zukunftsfeld Kunststoff.