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Innovation: ArcBioxTM Bioglasfaser-verstärkte PLA-Compounds

Glasfaserverstärkte Compounds, bei denen nicht nur die Kunststoff-Matrix, sondern auch die eingebetteten Glasfasern biologisch abbaubar sind: mit dieser Innovation ließ die Firma Arctic Biomaterials Qy aus Tampere schon vor einiger Zeit aufhorchen.

Die jüngsten voll kompostierbaren ArcBioxTM Materialien der Finnen, bestehend aus glasfaserverstärktem PLA (Polymilchsäure), warten mit mechanischen Eigenschaften auf, die denen von  verstärktem Polyamid und Polypropylen vergleichbar sind. Damit kommen diese Werkstoffe nicht nur für Geschirr oder robuste kompostierbare Verpackungen in Betracht, sondern sind auch heiße Kandidaten für mechanisch belastbare und zugleich biologisch abbaubare Implantate.

Begründung der Jury

Seit Jahrzehnten forschen Wissenschaftler an biologisch abbaubaren Kunststoff-Compounds, die in mechanisch beanspruchten medizinischen Implantaten zum Einsatz kommen können. Die Firma Arctic Biomaterials Qy aus Tampere kommt diesem Ziel nach Überzeugung der Jury nun bemerkenswert nah. 

Mit seinen glasverstärkten, PLA-basierten ArcBioxTM-Compounds verschiebt das 2014 gegründete Start-up die Grenzenmehrerer bisher bei PLA-Compounds für möglich gehaltener Parameter in neue Sphären. Die Bioabbaubarkeit nach der DIN EN 13432 ist durch den TÜV Rheinland zertifiziert.

Dass selbst Glasfasern kompostiert werden können, ist bislang einzigartig. Die von Arctic Biomaterials entwickelten Fasern werden unter dem Einfluss von Mikroben und Enzymen zu Alkalien, Salzen und Säuren abgebaut – und zwar nach Angaben des Unternehmens nicht nur unter industriellen Bedingungen, wie vom TÜV zertifiziert, sondern auch im heimischen Kompost und sogar im Meer.

Im Zusammenspiel mit der speziell modifizierten PLA-Matrix sorgen die Glasfasern  für Schlagzähigkeits- und Biege-Elastizitätswerte, die denen von verstärktem Polyamid und Polypropylen – den bislang typischen Materialien für technische Anwendungen – vergleichbar sind.

Zudem beeindrucken die PLA-basierten ArcBioxTM-Werkstoffe  mit einer für derartige Compounds untypischen Wärmeformbeständigkeit von über 100°C. Zugleich sind sie zum Teil schon mit Werkzeugtemperaturen von 30°C im Spritzguss verarbeitbar. Eine weitere Besonderheit bilden kurze Zykluszeiten von teilweise nur 20 Sekunden. Damit eignen sich die Bio-Kunststoffe aus Tampere hervorragend für die Großserienproduktion im Spritzguss, etwa von dünnwandigem Geschirr oder stabilen kompostierbaren Verpackungen. Bislang bilden lange Zykluszeiten (häufig 40 Sekunden und mehr) von Biokunststoffen hier regelmäßig noch eine große Hürde.

Kontakt zum Preisträger

Arctic Biomaterials Oy

Mika Hurri
Hepolamminkatu 11
33720 Tampere

Phone: +358 (50) 470 0931
E-Mail: mika.hurri@abmcomposite.com  
Web: www.abmcomposite.com